Papsttum & Päpste : Jesus von Nazareth: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung

Jesus von Nazareth: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung

EUR 17,95


Zu seinem achtzigsten Geburtstag hat sich Papst Benedikt XVI. mit dem ersten Teil seiner großangelegten Arbeit über Jesus von Nazereth zweifellos selbst das schönste Geschenk gemacht. Aus seinem Buch werden nicht nur katholische Christen neue Gewissheit für ihren Glauben schöpfen. Von der „Taufe Jesu“ über „Die Versuchung Jesu“ bis zum Petrusbekenntnis und der Verklärung reichen die Themen dieses in bemerkenswert klarer Sprache verfassten, selbst für Nicht-Christen lesenswerten und außerordentlich lehrreichen Bandes. Zu den eindrucksvollsten theologischen Darlegungen gehören das Kapitel über „Die Bergpredigt“ sowie jene über „Die Botschaft der Gleichnisse“ und „Die großen Johanneischen Bilder“. Dies nicht nur, weil der Papst darin den Kern des christlichen (Jesus-)Glaubens überaus anschaulich vor Augen führt, sondern auch, weil Benedikt XVI. darin den Graben zwischen dem „historischen Jesus“ und jenem des Glaubens mit einer beeindruckenden Souveränität überbrückt -- und somit den generellen Widerspruch zwischen Vernunft und Glauben aufzulösen beginnt. Mit seiner bisherigen Amtsführung hat Benedikt XVI. bereits viele der zahlreichen Kritiker des vormaligen Kardinals Joseph Ratzinger angenehm überrascht. Und auch der Ton, den er in Jesus von Nazareth anschlägt, ist dazu angetan, verbliebene Skeptiker davon zu überzeugen, dass das Konklave mit seiner Wahl eine weise Entscheidung getroffen hat. -- Alexander Dohnberg, Literaturanzeiger.de

Jesus Buch - Wie bei Josph Ratzinger üblich, nicht ganz einfach zu verstehenJedoch gute Anhaltspunkte aus seiner persönlichen Sichtweise

Verteidigungsschrift gegen die Suchenden - Das Werk ist eine Verteidigungsschrift gegen die Suchenden nach dem historischen Jesus. Es sei schließlich der Jesus des Glaubens, dessen Rekonstruktionen die Freundschaft zu Jesus gefährdete. Die Rhetorik Ratzingers wendet sich gegen die Suchenden und wähnt sich dabei historisch-methodisch. Die einzigen vier Evangelien bleiben - so Ratzinger - die einzige Wahrheit. Und jene vertritt der Pontifex, ohne weiter in die Redaktionsgeschichte hineingezogen werden zu wollen. Dass der historische Grund nicht ergründlich sei, bleibt weiterhin dem apostolischen Mantel der Kirche, der manches im Schoße birgt, verborgen. Derlei Augenwischereien hat das Abendland von den Päpsten gelernt. Denn die Tür darf nicht aufgetan, sondern soll geschlossen bleiben. Dei verbum. Auf dem Boden dieser Erde mag sich das factum historicum zugetragen haben, dennoch soll et incarnatus est bedeuten, dass kein Jesus jemals zweifelte an dem Petrus, den er nicht kannte. In seinem Namen soll er gewollt haben? Die Kirche in Gestalt des Exegeten soll uns glauben machen? Man zweifle dessen Sophisterei an. Fragt und sucht - zweifelt und findet: Davon kann Pauli Haus manche Greuel bezeugen.

Nur für den Laien geeignet und mit Vorsicht zu genießen - Ich besitze das Werk nicht und habe bisher nur ein wenig darin gestöbert. Dabei sind mir aber verschiedene Unzulänglichkeiten aufgefallen. Zunächst wurde mir nicht klar, ob dieses Werk ein systematisches Buch zum Thema Jesus Christus oder, wie sein Titel suggeriert, eine Arbeit über das Leben des historischen Jesus von Nazareth darstellt.Nehmen wir zunächst ersteren Fall an. Hier fällt direkt auf, dass das Buch nicht wie ein systematisches Lehrbuch aufgebaut ist. Es wirkt vielmehr wie eine Sammlung von Notizen zu Gedanken über Jesus, die sein Autor über Jahre gesammelt und nun zu einem Buch verdichtet hat. Zur Näherung an das Thema aus Sicht der wissenschaftlichen Systematik ist dieses Werk somit eher nicht geeignet. Auch wer umfassende, systematische Informationen zu Jesus Christus sucht, wird eher enttäuscht. Ich empfehle das Buch denjenigen, die ein paar Zeilen lesen und diese dann zum Anlass für Meditation und Besinnung nutzen wollen.Nehmen wir nun an, das Buch sei eine wissenschaftliche Abhandlung über das Leben des historischen Jesus von Nazareth. Hier muss nun die Frage gestellt werden, mit welchem Recht der Autor Jahrzehnte der Exegese mit einem Federstreich übergeht. Beispielsweise propagiert Ratzinger hier Jesu Selbstverständnis umfasse zweifelsohne auch das Bewusstsein der Gottessohnschaft - hier ignoriert er nicht nur, dass die moderne Bibelwissenschaft schon vor Jahren festgestellt hat, dass die Messianität Jesu nachösterlich ist, sondern stellt dies sogar als falsche Annahme dar. Ratzinger verbindet hier also Ergebnisse der historisch-kritischen Bibelwissenschaft mit denen der systematischen Theologie in einer gefährlichen Art und Weise, als das sie nicht ersichtlich werden lässt, welche Teile denn nun historisch und welche Ergebnisse systematischer Reflexion sind.Insofern kann ich das Buch niemandem zum Studium der Person Jesu empfehlen, weder aus systematischer noch aus exegetischer Sicht. Das Buch ist zur Medidation geeignet. Wer sich mit dem historischen Jesus von Nazareth beschäftigen will, der lese lieber eines der guten und fundierten Werke von Gerd Theißen.

Epochaler Blick in das Leben Jesu - Papst Benedikt XVI hat in seinem aktuellen Werk Jesus von Nazareth einen epochalen Blick in das Leben Jesu geworfen und die Bedeutung seines Lebens und Wirkens für eine heutige Interpretation der Bibelgeschichte herangezogen.In den Vorankündigungen zu diesem Buch hat man immer wieder von vielen Seiten auf die persönliche Bedeutung dieses Werkes für den Papst selber hingewiesen. So sei es ein eigener Beitrag zu seinem achtzigsten Geburtstag gewesen, den lang gehegten Wunsch nach diesem Buch selber zur Erfüllung zu bringen. So ist es nicht verwunderlich das man hier ein außerordentlich komplexes Werk vorfindet. Anhand der biblischen Chronologie und der Lebensgeschichte Jesus` von Nazareth entfaltet Benedikt XVI eine Perspektive auf die Darstellung und Beantwortung heutiger religiöser Fragen und Antworten.Wie immer ist er dabei erzählerisch geschickt aber zugleich thematisch- inhaltlich extrem kompakt. Manche Seite wiegt dem Leser dabei so schwer, das mehr als eine Seite oder ein Kapitel erst einmal nicht drin ist. Zuviel gibt es zu reflektieren, zu tief sind die Gedankengänge, um einfach weiter zu lesen. Einmal eingetaucht in die Gedankenwelt des Papstes ist man begeistert von soviel Tiefe und die erzwungene Langsamkeit des Lesens kommt einem antiquiert vor und dennoch zugleich scheint sie Teil des Besinnlichen zu sein.Benedikt versucht erneut, wie bereits als Kardinal, eine Synthese wissenschaftlicher Vernunft und der Theologie zu vereinbaren. Kritisch aber zugleich hoffnungsvoll-optimistisch gibt er sich in seinem Werk wenn er den historischen Jesus mit dem biblischen übereinstellt. Der Leser sollte schon eine gewisse Portion Geduld aber auch einen christlichen Glauben zum Lesen des Werkes mitbringen. Ich denke, dass Werk ist sonst nicht zu schaffen. Hat man es dann aber erst einmal zu Ende gelesen so wird man wieder einmal feststellen, dass es wohl zurzeit keinen schärferen und tieferen Denker des christlichen Glaubens gibt. Das Buch ist also all denen zu empfehlen die zwar christlich glauben aber nicht alle Antworten von selber im Glauben finden bzw. keinen Pfarrer finden, welcher ihnen den Glauben erklären kann. Antworten finden sich also wie immer reichlich bei Benedikt XVI, man muss nur genug Geduld haben und bis zum Ende durchhalten.

Nicht nur für Theologen - »Ganz gewiss brauche ich nicht eigens zu sagen, dass dieses Buch in keiner Weise ein lehramtlicher Akt ist, sondern einzig Ausdruck meines persönlichen Suchens nach dem Angesicht des Herrn (vgl.Psalm 27,8).«So steht es im Vorwort. Und:»Es steht daher jedermann frei, mir zu widersprechen. Ich bitte die Leserinnen und Leser nur um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt.«Ich gestehe, dass mein Vorschuss an Sympathie nicht sonderlich groß war, eher kritisch habe ich die Lektüre begonnen. Doch ist die Sympathie, während ich las, Seite um Seite gewachsen.Es ist ein mutiges Buch. Da ist nämlich – ohne Wertung oder Gewichtung – von „katholichen Christen und evangelischen Christen“ die Rede. Da wird angesehenen Theologen vorgeworfen, „das Bild des Erlösers in den vergangenen Jahrzehnten verwaschen anstatt genauer gezeichnet“ zu haben. Nicht als Gottessohn werde Jesus von ihnen dargestellt, sondern als „eine der großen religiösen Gründergestalten, denen eine tiefe Gotteserfahrung geschenkt worden ist“.Ich bin kein Theologe und ich verstehe die Theologen mitunter nicht. Aber ich habe dieses Buch verstanden. Vielleicht anders, als ein Theologe es versteht, doch das stört mich nicht, denn ich habe das Werk mit erheblichem Gewinn gelesen.Das seit den 50er Jahren zunehmend verbreitete Bild von Jesus als Religionsstifter verwirft der Papst. In seinem Buch wird Jesus als Gott und Mensch nicht in Frage gestellt, sondern dargestellt. Gottes Sohn ist der Sohn Gottes und die Heilige Schrift ist das Wort Gottes. Solch schlichter Glaube ist mir sympathisch, denn auch ich glaube so schlicht. Schon im Vorwort macht der Autor klar, dass es ihm...»...vor allem vordringlich schien, Gestalt und Botschaft Jesu in seinem öffentlichen Wirken darzustellen und dazu zu helfen, dass lebendige Beziehung zu ihm wachsen kann.«Lebendige Beziehung zu Jesus - das meine ich mit schlichtem Glauben. Dafür muss man weder ungebildet noch einfältig sein. Ratzinger verfügt zweifellos über erhebliches Wissen und einen scharfen Verstand. Die historisch-kritische Forschung führte nach seiner Auffassung zur Bildung einer „undeutlich gewordenen Ikone“. Wer die Gottheit Jesu in Frage stellt, entziehe dem Christentum die Grundlage. Eine solche Situation sei „dramatisch für den Glauben, weil sein eigentlicher Bezugspunkt unsicher wird“.Was das Buch für mich so einzigartig und wertvoll macht, ist die dichte Verknüpfung von Bibelzitaten aus dem Alten Testament mit den Worten Jesu. Vieles, was die Evangelien über Jesus berichten, wurde mir ganz neu lebendig und zum Teil erstmals verständlich. Zum Beispiel das Kapitel über die Bergpredigt – die durch das Verständnis der Bezüge aus dem Alten Testament gewonnenen Einsichten in die Worte Jesu sind faszinierend, wenn man sich darauf einlässt.Der Autor hält sich nicht an die Chronologie der Evangelien, sondern er untersucht anhand von zehn Themen die Kernfrage: Wer war Jeus von Nazareth? Und er gibt die Antwort: Er war der, der er behauptet hat zu sein - der Sohn Gottes, der Messias, verheißen von den Propheten Israels, der Retter der Welt.Die zehn Themen: Die Taufe Jesu / Die Versuchungen Jesu / Das Evangelium vom Reich Gottes / Die Bergprediugt / Das Gebet des Herrn / Die Jünger / Die Botschaft der Gleichnisse / Die großen johanneischen Bilder / Petrusbekenntnis und Verklärung / Selbstaussagen JesuAusführlich legt Ratzinger immer und immer wieder dar, warum das Christentum unlösbar mit dem Judentum verbunden ist. Es sind die schönsten Stellen im Buch, die persönlichsten.Durchgehend beeindruckte mich die einzigartige Kombination von Liebe und Ehrfurcht, die das Buch durchzieht. Freikirchliche Autoren sind manchmal sehr kumpelhaft im Ton, kirchliche mitunter arg distanziert und nüchtern. Bei Ratzinger habe ich eine zärtliche Beziehung zu Jesus empfunden, die aber nie aus dem Blick verliert, dass Jesus auch Gott ist, der Allmächtige, der für unseren Verstand letztendlich Unfassbare – der Mensch geworden ist, um für uns erfahrbar zu werden.Das Buch steht in dem Ruf, „wissenschaftlich“ und schwer verständlich zu sein. Stimmt das? Ja und nein: Es ist keinesfalls ein Buch, das man so nebenbei liest, während der Fernseher läuft oder im Raum Gespräche stattfinden. Es fordert durchaus die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers. Gelegentlich habe ich einen Abschnitt ein zweites mal gelesen, weil ich merkte, dass ich abgelenkt gewesen war. Unterhaltungslektüre hat Ratzinger nicht zu Papier gebracht.Aber schwer zu verstehen oder wissenschaftlich kann ich das Werk nicht finden. Fachbegriffe werden im Anhang erläutert, der Stil als solcher ist keineswegs kompliziert. Zum Beispiel:»Die Lehre Jesu kommt nicht aus menschlichem Lernen, welcher Art auch immer. Sie kommt aus der unmittelbaren Berührung mit dem Vater, aus dem Dialog von Gesicht zu Gesicht - aus dem Sehen dessen heraus, der an der Brust des Vaters ruhte. Sie ist Sohneswort. Als solche haben die Gelehrten zur Zeit Jesu sie beurteilt, eben weil sie den inneren Grund, das Sehen und Erkennen von Gesicht zu gesicht, nicht annehmen mochten. (Seite 32)«»Der Kern der Sabbat-Streitigkeiten ist die Frage nach dem Menschensohn - die Frage nach Jesus Christus selbst. Wieder sehen wir, wie weit Harnack und die ihm folgende liberale Exegese irrte mit der Meinung, ins Evangelium Jesu gehöre der Sohn, gehöre Christus nicht hinein: er ist immerfort die Mitte darin. (Seite 143)«Anspruchsvoller Stil, kein Bild-Zeitungs-Niveau - aber, so meine ich, auch keine Überforderung.Widerspruch sei willkommen, heißt es im Vorwort. Es gibt in der katholischen Frömmigkeit und Kirchenverfassung durchaus Bestandteile, die ich in meinem Glaubensleben nicht wiederfinde. Aber in diesem Buch sind sie mir so gut wie nie begegnet, denn es ist eben kein theologisches Lehrgebäude, sondern eine 400 Seiten starke Liebeserklärung an Jesus von Nazareth, eine ansteckende und anregende Liebeserklärung. Der Sohn Gottes, der Menschensohn, wird darin auf eine Weise vorgestellt, die ich bei anderen Autoren nicht gefunden habe. Das macht mich hungrig auf den zweiten Band, an dem der Autor noch arbeitet.Was den vorliegenden ersten betrifft: Danke, Josef Ratzinger, für dieses Buch. Ich hoffe, dass der zweite Band nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.




Jesus von Nazareth: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung